Bildungskongress 2018

Teilnehmer befassten sich mit dem „Lernen in der Zukunft“

Osnabrück. Eine kinderfreundliche Gestaltung von Kita und Schule, bessere Rahmenbedingungen für Bildung, stärkere Einbeziehung außerschulischer Lernorte und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Planung von Bildungsvorhaben: Dies sind einige Punkte, mit denen die Bildungslandschaft verbessert werden könnte. Diskutiert wurden sie jetzt auf dem Bildungskongress 2018 „Lernen in der Zukunft“, der in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt stattfand. Rund 175 Vertreter aus Kindergärten, Schulen, Weiterbildungsträgern, der nonformalen Bildung, Hochschulen, Verwaltung und Politik nahmen an der Veranstaltung teil, die von Landkreis und Stadt Osnabrück mit den Hochschulen Osnabrück sowie der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung und der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte organisiert worden war.

Mit dem Kongress wollen die Veranstalter neue Impulse für die Gestaltung zukünftiger Herausforderungen und Entwicklungen rund um Bildung geben. Die Besonderheit des Formats: Die Perspektive der Kinder und Jugendlichen wird besonders einbezogen. Im Vorfeld hatte es daher fünf Zukunftswerkstätten in der Gesamtschule Schinkel, in der Kita St. Antonius Holzhausen, in den Gymnasien Bad Essen und Bersenbrück sowie mit den Diesterweg-Stipendiaten gegeben, in denen die jungen Menschen Ideen und Vorschläge für das zukünftige Lernen einbrachten.

Den Auftakt der Veranstaltung machte das Grußwort von Gaby Williamowius. Die Staatssekretärin im Niedersächsischen Kultusministerium sprach sich für eine gemeinsame Vision als „roten Faden“ für die Bildung der Zukunft aus. Das Land Niedersachsen werde mit dem Vorhaben „Bildung 2040“ eine breite Diskussion aller Beteiligten um die bestmögliche Bildung anstoßen.

Eine philosophisch-historische Einordnung der Bedeutung von Bildung gab der Philosoph und ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin in seinem Impulsvortrag. Er zeigt auf, dass Bildung den ganzen Menschen mit all seinen Dimensionen in den Blick nehmen müsse. Bildung habe den Auftrag, die umfassende Persönlichkeitsentwicklung von Menschen zu unterstützen statt Wissen auf einen bestimmten Zweck hin zu vermitteln.

Die Aufgaben, die auf Kommune, Land und Wissenschaft zukommen, um sich auf zukünftige Bildungsherausforderungen wie Digitalisierung, Heterogenität, Partizipation einzustellen, wurden anschließend von Vertreter*innen von Rita Feldkamp (Niedersächsische Landesschulbehörde), Stadtrat Wolfgang Beckermann (Stadt Osnabrück), Landrat Michael Lübbersmann (Landkreis Osnabrück) und Julian Nida-Rümelin unter Moderation von Martina Blasberg-Kuhnke diskutiert.

Auf der Grundlage dieser Inputs debattierten die Teilnehmer über ihre Ideen zum Lernen in der Zukunft. Neben der kritischen Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen Herausforderungen, vor denen Kitas, Schulen, Weiterbildungsträger und die nonformale Bildungspraxis stehen, standen die Ideen und Lösungsansätze im Vordergrund. Im Ergebnis formulierten die Teilnehmer rund 40 Forderungen, mit denen Bildung und Lernen zukunftsgerecht gestaltet werden können. Hier flossen auch die Ergebnisse der Kinder und Jugendlichen ein, die im Vorfeld des Kongresses in fünf Zukunftswerkstätten in gesammelt wurden. Im nächsten Schritt werden nun die Ergebnisse des Kongresses ausgewertet, um daraus Vorhaben und Projekte abzuleiten.

Impressionen

Programm

Impulse

Ab 08:30 Uhr

Anmeldung und Begrüßungskaffee

09:00 Uhr

Grußworte
Dr. Thomas Pyhel, DBU
Gaby Willamowius,
Staatssekretärin im niedersächsischen Kultusministerium

09:15 Uhr

Impuls-Keynote
„Die Aktualität des Bildungshumanismus in Zeiten gesellschaftlichen Wandels – wie gestalten wir das Lernen in der Zukunft?“
Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin
Ludwig-Maximilian-Universität München, Staatsminister a.D.

10:05 Uhr

Filmischer Einstieg
„Lernen in der Zukunft aus der Perspektive der Kinder und Jugendlichen“
Zusammenfassung der Zukunftswerkstätten mit Kindern und Jugendlichen in Landkreis und Stadt Osnabrück
Kurzinterview mit Prof. Dr. Waldemar Stange

10:10 Uhr

Expert*innenrunde
Mit Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin,
Stadtrat Wolfgang Beckermann,
Landrat Dr. Michael Lübbersmann,
Rita Feldkamp, Dezernatsleiterin in der NLSchB

10:45 Uhr

Pause

11:00 Uhr

Zukunftswerkstatt Teil I
Moderation: Prof. Dr. Waldemar Stange und Team, Leuphana Universität Lüneburg

12:30 Uhr

Mittagsimbiss

13:30 Uhr

Zukunftswerkstatt Teil II + III
Moderation: Prof. Dr. Waldemar Stange und Team

16:00 Uhr

Ergebnispräsentation und Ausblick im Plenum

16:30 Uhr

Ende der Veranstaltung

Referenten

IMPULSREFERAT

Prof. Dr. Dr. h.c.
Julian Nida-Rümelin,

Staatsminister a.D.

Das Handelsblatt bezeichnete Julian Nida- Rümelin im Juli 2017 als einen „der renommiertesten Philosophen“ in Deutschland. Er lehrt Philosophie und Politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In seinen letzten Buchpublikationen plädiert er für eine Erneuerung des philosophischen und politischen Humanismus und befasst sich mit den Prinzipien einer humanen und vielfältigen Bildungspraxis.

MODERATION DER ZUKUNFTSWERK­STÄTTEN

Prof. Dr.
Waldemar Stange,
Leuphana Universität

Lüneburg, Institut für Sozialarbeit/ Sozialpädagogik,
Bildungswissenschaftler

Seit gut drei Jahrzehnten arbeitet Prof. Dr. Waldemar Stange mit seinem Team an der Weiterentwicklung nachhaltiger und kreativer Methoden in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbeteiligung. Er hat vielfältige Forschungs- und Entwicklungsprojekte geleitet – u.a. zur kommunalen Partizipation von Kindern und Jugendlichen, zu „Jugend-Demografie-Dialogen“ im ländlichen Raum im Rahmen der Demografiestrategie der Bundesregierung oder zu „Repräsentativen Beteiligungsformaten für Kinder und Jugendliche in Deutschland“ für den Staatenbericht der Bundesregierung an die UN.

GESAMT­MODERATION BILDUNGS­KONGRESS

Prof. Dr.
Martina Blasberg-Kuhnke

Universität Osnabrück, Vizepräsidentin für Studium
und Lehre, Lehrstuhl für Praktische Theologie:
Pastoraltheologie und Religionspädagogik

Dokumentation: Workshops und Vorträge

Impulsreferat I
Ungleiche Chancen in der Bildung, Ungleichheiten in der Gesundheit: Einflussfaktoren, Wechselwirkungen und Ansatzpunkte im Kindes- und Jugendalter
Prof. Dr. Birgit Babitsch, Universität Osnabrück, Institut für Gesundheitsforschung und Bildung

Impulsreferat II
Netzwerke verwirklichen Bildung – Stadtteile und Gemeinden als Ermöglichungsräume im Blick
Prof. Dr. Stephan Maykus, Hochschule Osnabrück, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Workshop I Gesundheitliche Dimensionen der individuellen Wissensgewinnung
Dr. Birgit Behrensen
(z.Zt. Hochschule Neubrandenburg, Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung)

Workshop II Selbstkompetenzen erkennen und fördern
Musik und Bewegung in den Osnabrücker Kooperationen zwischen Schule und universitärer Lehrerbildung

Prof. Dr. Bernhard Müßgens
Universität Osnabrück, Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik

Workshop III Verpflegung in Schule
Prof. Dr. Elisabeth Leicht-Eckardt
Hochschule Osnabrück, Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur

Workshop IV Berufliche Bildung und Gesundheit
Mentoringprogramme als regionaler Lösungsansatz zur Förderung insbesondere sozial benachteiligter Jugendlicher im Übergang von der Schule zum Beruf

Dr. Sibylle Drexler
Universität Osnabrück, Berufs- und Wirtschaftspädagogik

Prof. Dr. Ursula Walkenhorst
Universität Osnabrück, Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB)

Workshop V Medienkonsum und Gesundheit
Prof. Dr. Frank Ollermann
Psychologie und User Experience, Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik

Sandra Pagnoux
Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Osnabrück, Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation

Workshop VI Bewegung – Voraussetzung für Bildung und Gesundheit
Bewegung als Profil von Kindertageseinrichtungen

Marina Kuhr
Universität Osnabrück, Institut für Sport- und Bewegungswissenshaft

Elisabeth König
Universität Osnabrück, Institut für Sport- und Bewegungswissenshaftt

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